Die Uni verschlingt mein Leben

Hey Leute! Ein riesiges Tschuldigung, dass ich mich so lange schon nicht mehr gemeldet habe. Aber ihr kennt das ja bestimmt, zumindest die Studenten unter euch: Kaum geht das Semester wieder los, ist man erst mal n ganzen Monat damit beschäftigt, sich einen möglichst vorteilhaften Stundenplan zu entwerfen – was mir zum Glück auch gelungen ist: Montag und Freitag frei, dafür halt in der Mitte der Woche mindestens drei Veranstaltungen pro Tag, am Donnerstag bin ich sogar von 8 bis 20 Uhr in der Uni. Da braucht man dann auch ein so langes Wochenende, um sich ein bisschen zu erholen. Dann geht es schon los mit ersten Referaten und anderen Aufgaben, die zur “aktiven Teilnahme” an einem Kurs gehören. Nun stehen bereits zwei Klausuren an. Und ich habe mir auch fest vorgenommen, mit meinen Hausarbeiten ein bisschen früher als sonst immer anzufangen. Das habe ich mir zwar auch schon öfters vorgenommen, aber so entschlossen wie in diesem Semester war ich noch nie. Die Weihnachtsferien sollen nicht wieder zu einem reinen Saufgelage ausarten: Ich muss mein unglaubliches Bedürfnis nach Prokrastination und ödem Zeitvertreib echt mal in den Griff kriegen!

Davon abgesehen bin ich immer noch nicht so wirklich glücklich mit dem Studium. Habe das ja hauptsächlich wegen meinen Eltern gemacht. Ich hätte ja viel lieber irgendwas Handfestes, mit dem sich direkt gutes Geld verdienen lässt. Ne Ausbildung zum Tischler oder Kfz-Mechaniker oder sowas halt. Danach kann man ja immer noch studieren, wenn man will. Aber für meine Eltern ist das ein ganz hohes Gut, die Bildung. War damals halt noch nicht für jeden normal, studieren zu können. Dass ich da jetzt drunter leiden muss, finde ich aber nach wie vor echt ungerecht!
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U 17 WM Brasilien – Elfenbeinküste

Die Sportkanäle Eurosport und Sport 1 sind wahrlich kein Juwelen der deutschen Medienlandschaft. Zu oft begegnet man dort abgehalfterten Radprofis die sich durch irgendein Mittelgebirge in Spanien quälen, langwierige Übertragungen von längst ausgespielten Snookerpartien haben ihr Pendant in stupiden Ratesendungen und überflüssigen Expertenmeinungen zu jeder noch so unbedeutenden Szene der Fußballbundesliga. Hin-und wieder jedoch wird der unverdrossene Sportliebhaber für seine Treue mit unverhofften Höhepunkten belohnt. Bei Sport 1 (ehemals DSF) ist da die Wiederholung der deutschen Spiele der Weltmeisterschaft 2006 zu nennen. Noch einmal gegen Schweden und gegen Argentinien jubeln, Schweinis Frisur belächeln und auf die Italiener schimpfen. Herrlich!

Eurosport überträgt zur Zeit die U17 WM in Mexiko. Die deutsche Mannschaft steht dort nach 3 Siegen in drei Spielen in der K.o Runde. Was sich jedoch im Spiel gegen zwischen den jungen Brasilianern und der Elfenbeinküste abspielte war pure Werbung für den Jugendfußball, ach, für den Sport insgesamt. Zwei Mannschaften, die auf totale Offensive setzten, dabei kämpften wie die Löwen, technisch und spielerisch auf einem schwindelerregenden Niveau, und Tore die entweder so wundervoll herausgespielt waren wie eine Mozartkomposition oder die so grandiosen Einzelleistungen entsprangen wie ein Gitarrensolo von John Frusciante- das alles bot dieses Spiel das am Ende verdientermaßen 3:3 ausging. Einer der 22 Protagonisten ist dabei besonders hervorzuheben: der Ivorer Coulibaly erzielte alle drei Treffer seines Teams, darunter ein spektakulärer Fallrückzieher aus 14 Metern in die linke untere Ecke. Bei seinem ersten Tor in diesem Spiel hatte er den brasilianischen Keeper mit einem Gewaltschuss aus extrem spitzem Winkel überrascht. Brasilien bestach vor allem durch perfekte Kombinationen im Offensivbereich, mit messerscharfen Pässen in die Schnittstellen der Viererkette, angetrieben vom starken Regisseur Adryan.

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Nur der FCB… Barcelona

Da ich euch ja bereits von meiner großen Leidenschaft, dem Fußball recht ausführlich berichtet habe, muss ich euch aus gegebenem Anlass natürlich auch erzählen, wer mein absoluter Lieblingsfußballverein ist. Auch wenn ich hier in Deutschland immer dem BVB die Daumen drücke und auch wirklich sehr beeindruckt von ihrer Leistung und dem Gewinn der deutschen Meisterschaft bin, ist Borussia Dortmund für mich nicht DER große Verein schlechthin, für den ich schwärme.

Das hat in erster Linie etwas damit zu tun, dass die deutschen Vereine auf er europäischen Ebene in den letzten Jahren immer relativ früh kläglich scheitern und der letzte große Titel eines deutschen Vereins auf europäischer Ebene aus der Saison 2001/02 datiert, als der FC Bayern München die Champions League im legendären Finale gegen den FC Valencia gewann, in welchem der „Titan“, Oliver Kahn, sagenhafte drei Elfmeter auf teilweise unnachahmliche Weise abwehren konnte. Aber danach kam nicht mehr viel außer die beiden Finalteilnahmen von Bayer Leverkusen Anfang des Jahrtausends, welches mit 1:2 gegen Real Madrid verloren ging und die des FC Bayern letzte Saison, als man sich erschreckend chancenlos Inter Mailand geschlagen geben musste.

Mein Lieblingsverein ist einer der erfolgreichsten Europas, steht im Champions-League-Finale, welches bald ansteht, und hat die spanische Meisterschaft gewonnen. Es ist also der FC Barcelona, DER Verein Europas. Beim FCB spielen nicht einfach nur die beiden individuellen Spieler der Welt, nein, der FC Barcelona verfügt auch ohne Frage über das effizienteste Kollektiv im europäischen Spitzenfußball. Unnachahmlich ist das schnelle Kombinationsspiel, das scheinbar ewige Zirkulieren in den eigenen Reihen mit einer nahezu magischen Ballsicherheit und dann das tödliche Vorstoßen in die Spitze, um einen Nadelstich nach dem andern zu setzen. Hinzu kommen, dass mit Messi, Iniesta, Villa, Xavi und Iker Cassilas, aber auch Gerad Pique und Carlos Puyol die besten Spieler der Welt bei Barcelona unter Vertrag stehen, wenn ihr mich fragt…

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Semesteranfang

So, das Semester hat wieder angefangen und damit wieder der Stress.
Ich denke schon seit Anfang des Studiums, dass ich nicht dafür gemacht bin. Aber meine Eltern wollen natürliceh einen Sohn haben, der Studiert und was ordentliches macht.
Vor allem für das Sommersemester bin ich einfach nicht der Typ. Ich weiß jetzt schon wie es laufen wird: ich mussste mich für einen Haufen Referate und Klausuren anmelden und momentan, wo das Wetter noch nicht so geil ist, sieht das auch alles noch erträgtlich und machbar aus. Aber dann später im Semester, wenn es wieder bullenheiß wird und Marcel und die Jungs immer zum Zocken gehen wollen, da werde ich da habe ich dann wieder keinen Bock auf die Vorträge und Seminare und stickigen Hörsäle und diese ganzen Klugscheißer, die den Profs ständig zeigen wollen, was für Superbrains sie sind.

Ganz im Ernst, das ist den Profs doch egal, wer in einer Vorlesung was sagt. Als wenn die sich das Gesicht im Hörsaal merken würden und den dann wiedererkennen in der mündlichen Prüfung oder noch besser, sich an den Namen erinnern würden, wenn ihe Klausur korrigiert wird. Das ist doch echt vergebene Mühe. Ich check das immer nicht, wenn sich irgendweleche Heinis ins Hemd machen und sagen: Ich glaube Prof. XY mag mich nicht. Ich der Prof erinnert sich einfach bei der nächsten Gelegenheit nicht mehr an dich. So ist das nun mal an unseren tollen deutschen Unis.

Ich glaube, wenn meine Eltern nicht so einen Druck machen würden, hätte ich schon längst was anderes angefangen. Eine Lehre oder so, wo man halt auch mal was machen kann und nicht immer nur so stumpf in der Vorlesung sitzt und irgendeinem Deppen zuhört.

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180°-Wende

So Kalle, ich weiß du liest hier auch ab und zu rein.
Ich finde es ja total in Ordnung, dass du mit dir jetzt so im Reinen bist und irgendwie das machst, was dir entspricht. Aber mein bester Freund sollte eben auch mein bester Freund sein und einfach nicht meine beste Freundin.

Seit dem die Sache mit diesem Tim läuft, habe ich das Gefühl, dass sich mit Kalle eine 180° Wanldung vollzogen hat. Vorher konnte ich echt immer gut einfach so Stundenlang mit ihm über Fußball reden oder über Online-Games oder die neuen Smartphones. Oder einfach gar nicht reden, sondern einfach nur zocken oder rumhängen und nen Film gucken. Wir haben natürlich auch mal über die Zickenmasche von den Mädels gelästert, wenn Susanne mal wieder eine von ihren Anfällen hat. Aber gerade habe ich das Gefühl, dass Kalle jetzt auch solche Anfälle bekommt. Wie kann das sein, dass sich ein Mensch so verändert, nur weil er plötzlich nen Kerl an der Angel hat.
Er hat doch schon vorher gewusst, dass er andersherum ist. Hat er sich da die ganze Zeit verstellt, wenn wir rumgehangen haben? Oder ist dieser Tim so eine Queen, dass er da irgendwie mithalten muss? Ich habe keinen blassen Schimmer.
Ich habe diesen Tim auch noch nie zu Gesicht bekommen, also nicht in Reallife. Klar habe ich mir den mal bei Facebook angeguckt, weil Kalle mir zeigen wollte, wie geil der aussieht. Also, mal wirklich… ich finde das nicht geil… aber ich steh ja auch auf Frauen! Aber sonst glaube ich, dass Kalle das peinlich ist, mir den vorzustellen. Vielleicht ist es ihm auch peinlich, wie er selber drauf ist, wenn er mit dem zusammen ist.
Mich stesst das grade wirklich. Immer nur über Beziehung und son Quatsch reden. Vor allem, weil ich da auch einfach gerade nichts mit zu tun habe. Werd mal wieder normal, Alter!

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Web 2.0

Was soll ich nur mit Kalle machen? Dieses ständige Hin und Her, das hält doch kein Mensch aus. Ihr merkt schon, die ganze Sache beschäftigt mich. Die situation geht mir eben nahe. Nicht zuletzt deshalb, weil ich mir den ganzen Müll anhören muss. Tim, so wollten wir ihn nennen, hat sich also über Skype verabschiedet. Jetzt ist es aber ja so, dass man heutzutage nicht nur Skype hat. Nein, man hat auch Facebook, StudiVZ, Twitter und so weiter. Das Web 2.0 lässt grüßen. Die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme sind also vielfältig.

Und so kam es, wie es kommen musste. Ein paar Tage nach der verhängnisvollen Skypekonversation – über Chat und nicht über Telefon – am Ende noch mit Bild – wie ich inzwischen in Erfahrung bringen konnte bzw. wie es mir inzwischen als unnützes Wissen aufgedrängt worden war – folgte dann der Facebook Chat. Es tue ihm alles schrecklich leid. Er habe übereilt gehandelt. Er sei durcheinander gewesen. Er habe das alles nicht gewollt. An dieser Stelle kann ich aufhören, den Rest kennt man ja. Zwei Stunden lang ging das so. Er habe sich schon ein bisschen bitten lassen, erzählte mir Kalle voller Stolz. Einfach so würde er ihn nicht zurück nehmen, habe er ihm erklärt. Er müsse sich schon ein wenig anstrengen, ihm zeigen, wie wichtig ihm die ganze Sache sei. Na, wenn er da mal den Bogen nicht überspannt hat, der gute Kalle. Es bleibt spannend. Auf jeden Fall ist er jetzt nicht mehr so deprimiert. Schon noch, natürlich, aber eher wegen anderer Dinge: Studium, Familie, irgendetwas findet sich immer. Und so sind wir alle, zumindest temporär, zufrieden. Kalle, ich und am Ende auch noch Tim.

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Ende Romantik.

Ende Romantik. Das hat ja nicht lange gedauert. Kalle, er hat es aber auch nicht einfach. Er tut mir leid, die arme Sau. Wie gewonnen, so zerronnen. Nichts währt ewig. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei. Gut, letzterer passt vielleicht nicht ganz so gut. Nur die Spitzfindigen unter uns werden den inneren Zusammenhang erkennen. Ist aber auch egal. ist nämlich ohnehin nicht lustig.

Da sitzt er nun, der Kalle, wieder alleine. Volllabern tut er mich immer noch. Nur jetzt ist es wieder dieses Deprigesülze, das ich schon allzu gut und allzu lange kenne. Wieso denn alle anderen? Was er denn falsch mache? Wieso er denn kein Glück habe? Keine Ahnung! Spiel Lotto! dachte ich mir. Sekunden später wurde mir der Ernst der Sitiuation wieder bewusst und ich schämte mich leise. Gemerkt hat Kalle von alledem nichts. Viel zu beschäftigt war er, sich in möglichst Mitleid erregender Pose auf die Couch, ja förmlich in sie hinein, zu kauern.

Doch was war passiert? Dieser Typ, nennen wir ihn einfach Tim, einfach verabschiedet hat er sich. Über Skype. Früher, da hat man das wenigstens noch per SMS gemacht. Und das war schon doof. Aber wenigstens noch ein bisschen Stil hat es gehabt, wenn auch auf eine äußerst komische Art und Weise. Er wisse nicht, ob er eine feste Bindung wolle. Am Wochenende wusste er das noch. Er wisse nicht, ob er sich wirklich zu Kalle hingezogen fühle. Auch das wusste er noch am Wochenende. Er sei etwas verwirrt. Ach, komm, hör doch auf! dachte ich mir, aber merkte schnell, dass jegliche Art ironischen Verhaltens der Situation in keinster Weise angemessen war.

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